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Ein Reisebericht von Evelyn Herzog

12.04.02 Freitag

Die Bahn hat uns zum Flug mit South African Airlines von Frankfurt über Johannesburg nach Durban gebracht. Unser Flug sollte abends starten,   hatte aber leider ca. 5 Stunden Verspätung. Wir waren darauf vorbereitet, denn Frau Klemp von Afrika und Mehr in Hannover hatte uns bereits telefonisch darüber unterrichtet. Danke für den Service!
Die Bodenstewardess von SAA war - obwohl wir sehr früh eincheckten - reichlich unfreundlich und war nicht bereit uns unsere reservierten    Sitzplätze zu geben, da wir mit einem verbilligten Gruppenticket flogen. Immerhin bekamen wir pro Person einen Gutschein über 20 Euro, den wir in den Flughafenrestaurants einlösen konnten.
Nachts am Gate hat SAA Softdrinks und Kekse für die wartenden Fluggäste bereitgestellt.
Nebenan war ein großer Tumult ausgebrochen, die Passagiere einer  türkischen Airline waren nicht so geduldig und diskutierten wild und     lautstark mit dem Personal, das immer wieder den Sicherheitsdienst rief. Wir haben nicht mehr mitbekommen, wie die temperamentvolle Diskussion  ausging, da es  gegen 02.00 Uhr nachts endlich losging Richtung Afrika. Das Personal an Bord war sehr nett, einige Durchsagen kamen sogar auch in Deutsch. Das Essen war so gut, wie es im Flieger in der Economy sein kann. Regelmäßig wurde auch die Nacht über Wasser und Saft ausgeteilt und wir bekamen ein kleines 'Starterkit' mit Socken, Zahnbürste und Zahnpasta.





13.04.2002 Samstag

Bei unserem  Zwischenstopp in Johannesburg  waren es 15 Grad und es regnete in Strömen.
Wir waren ziemlich kaputt und das graue Wetter hob die Stimmung auch nicht. Bei unserem Weiterflug nach Durban, wir hatten problemlos ein Ticket für eine spätere Maschine bekommen, erfuhren wir von einem Mitreisenden, der mit seiner Familie in Durban telefoniert hatte,  dass dort sehr schönes Wetter sein sollte.

Der Flug dauerte ca. 1 Stunde. Kaum hatte das Flugpersonal ein kaltes Snackpaket verteilt, schon mussten sie schnell alles wieder einsammeln. Bei strahlendem Sonnenschein und 28 Grad kamen wir  in Durban an.
Bei Avis übernahmen wir  einen weißen 'Ford Icon'. Die Abwicklung ging sehr schnell und problemlos.
Die ersten Nächte hatte ich im Internet zu einem sehr günstigen Wochenendpreis im 'Holiday INN Elangeni' direkt an der Esplanade reserviert, das wir auch schnell gefunden haben. Obwohl wir keine Zeitverschiebung hatten, mussten wir doch erst einmal eine kleine Pause einlegen. Wir waren ja schon einige Stunden unterwegs.
Vom Hotel blickten wir direkt auf die Strandpromenade und den Indischen Ozean. Etwas überrascht waren wir, wie früh im April dann die Dämmerung einsetzte.
Im Hotel gab es ein indisches Restaurant, das mir von einigen Internetfreunden empfohlen wurde. Hier wollten wir unsere kulinarische     Reise starten. Das Essen war köstlich, für mich allerdings höllisch scharf. Asco  hat mir bei meiner Portion noch ordentlich geholfen, damit sich der freundliche Inder, der uns bediente nicht wunderte warum ich soviel auf den Tellern ließ.
Hier haben wir auch das erste Mal südafrikanischen Rotwein getrunken, der es uns sofort angetan hat.
Wir waren überrascht, wie preiswert das Essen war, obwohl wir uns in    einem 4 Sterne Hotel befanden.

14.04.2002 Sonntag





















Heute morgen wurde direkt vor unserer Nase ein großer Markt aufgebaut.Bei strahlendem Sonnenschein sind wir erst einmal die 'Marine Parade' entlang spaziert und haben den wunderschönen Strand erkundet. Auf dem Markt    gab es allen möglichen Krimskrams und auch einige Leckereien zu essen.Wir mussten uns zurückhalten nicht jetzt schon Souvenirs zu kaufen, weil wir nichts  6 Wochen mit uns rumschleppen wollten, der Platz im Kofferraum    war doch etwas begrenzt und alle haben geraten im Auto nichts sichtbar herum liegen zu lassen.Im Hotel hatte man uns geraten nicht zu Fuß zu   einem der Geldautomaten zu gehen. Obwohl es eigentlich nur ein Katzensprung war, ließen wir  uns mit dem Taxi zu einem ATM fahren.  Es   gab mehrere Automaten und in der Nähe lief immer ein bewaffneter Mann   vom Sicherheitsdienst herum. Der Taxifahrer hat uns dann als nächstes am Indischen Markt abgeliefert. Am liebsten hätte ich gleich von jedem afrikanischen Tier eine Holzfigur erstanden, aber.... ich habe mich beherrscht.  Sonntags war hier nicht allzu viel los, einige Läden hatten geschlossen. Wir beschlossen hier am Ende unserer Reise noch einmal     vorbei zu sehen. Das haben wir auch den freundlichen Händlern erzählt, die sich bemüht haben uns von der Qualität ihrer Ware zu überzeugen. Wir fanden es besonders schön, dass wir nicht bedrängt wurden etwas zu   kaufen, sondern im Gegenteil: Auch nachdem wir klar gemacht hatten, dass wir nichts kaufen, haben die Händler und Händlerinnen uns vieles erklärt und sich auch erzählen lassen woher wir kommen und wohin wir noch gehen wollen.Zurück an der Marine Parade haben  wir uns mit zwei neu   erstandenen Bastmatten ein ruhiges Plätzchen am Strand gesucht.





















Obwohl es Wochenende war, war es doch relativ ruhig am Strand, der sich aber ja auch über 6-7 Km hinzieht. Die Surfer waren allerdings schon seit  dem ersten Sonnenstrahl zahlreich auf dem Wasser oder heißt es auf der Welle?
Nur in Sydney habe ich bisher mehr Surfer pro Kubikmeter Salzwasser gesehen.

Am Abend haben wir dann noch einmal in einem Restaurant im Hotel gegessen, weil draußen ein heftiges Tropengewitter tobte. Es gab ein "All  You can eat" Buffet für 70 Rand pro Person, das keinerlei  Wünsche offen  ließ. Wir wurden von einem sehr zuvorkommenden schwarzen Kellner  umsorgt, der uns auch einen sehr guten Wein empfohlen hat. Wir haben uns hier, wie auch während unserer gesamten Reise, daran gehalten mindestens 10 % Trinkgeld zu geben.



Start in Durban am Montag, 15.4.2002

Beim Frühstück wurden wir heute schon vom Personal wie alte Bekannte begrüßt. Der Kellner vom Abend hatte auch schon wieder Frühstücksdienst und hat uns sehr persönlich betreut.
Wir konnten es langsam angehen lassen, denn wir hatten uns für unseren ersten Reisetag nur eine kurze Strecke vorgenommen hatten.  Auf der N2  sind wir der Küste entlang Richtung 'Port Shepstone' gefahren. Es war     warm, hat aber immer wieder einmal geregnet. Asco ist wie immer mit dem "Linksfahren" prima klargekommen, die Strassen waren recht gut ausgebaut und unser Ford hatte wohl genügend Power um ohne Schwierigkeiten die vielen langsameren Fahrzeuge zu überholen. Es ist hier üblich, dass die langsameren Wagen  an den Rand ausweichen und der schnellere, überholende Wagen sich dann z.B. mit Warnblinkanlage dafür bedankt.
Wir konnten an den schönen Stränden leider nicht baden gehen, da das Wetter nicht ganz mitgespielt hat.  Nach einem kleinem Bummel sind wir   dann erst einmal weiter zum 'Oribi Gorge National Reserve' gefahren. 
Dort gab es ein kleines Hotel, im dem wir kurzerhand gleich ein Zimmer genommen haben, um uns die weitere Suche zu ersparen. 





















Im Zimmerpreis war der Eintrittspreis in den Park enthalten.
Wir haben einen Plan und einige Ratschläge bekommen und sind mit dem    Auto zur Schlucht gefahren. Als ich die ersten Meerkatzen durch die Bäume huschen sah, dachte ich so etwas wie "jetzt bin ich wirklich in Afrika".

Die Schlucht ist ein Paradies für Fotografen und Wanderer. Die Wälder, Flüsse, Stromschnellen und Schluchten ziehen sich über eine Strecke von vierundzwanzig Kilometern hinweg. In diesem Reservat leben Leoparden, Paviane, Meerkatzen und viele Vögel wie z.B. auch fünf Eisvogelarten und unzählige Adler.

Eine Weile haben wir einem jungen Mann beim "Abseilen" bewundert und uns gefragt, wie der Wagen in die Schlucht kommt um ihn dann wieder heraufzuholen. Abends beim Bier haben wir dann erfahren, das er  auf einem der Wanderwege zu Fuß wieder  hochgehen musste. Diese und andere sportliche Aktivitäten werden von den Inhabern des kleinen 'Oribi Gorge Hotels' angeboten, die damit wohl den Hauptteil ihres Lebensunterhaltes verdienen. Die Nachfrage ist nach eigener Aussage sehr groß.


16.04.02 Dienstag

Beim Frühstück haben wir ein junges, deutsches Pärchen kennen gelernt.   Sie waren außer uns die einzigen Gäste im Haus und sind aus Richtung Kapstadt gekommen. Die Beiden sind in den 6 Wochen Rundreise die    einzigen deutschen Touristen geblieben, mit denen wir näher in Kontakt gekommen sind. Selbst wenn wir einmal mit einer Reisegruppe in der     gleichen Unterkunft waren, kamen diese fast immer aus Holland oder Frankreich.

Für heute Nacht hatten wir noch ein letztes mal eine Unterkunft in 'Coffee Bay' vorgebucht, weil es in der ehemaligen Transkei noch nicht allzu viel   'Bed and Breakfast Unterkünfte' gibt.

Über Internet hatte ich ein Zimmer im 'Ocean View Hotel'  gebucht.
Für 225 Rand pro Person hatte uns Karen Anderson per Mail dort ein Zimmer inkl. Halbpension angeboten.
Bei der Planung unserer Reise habe ich lange überlegt, ob wir durch die ehemalige Transkei fahren sollen. Oft  habe ich gelesen, das es auf der N2    in dieser Höhe häufig  zu Überfällen kommt usw.. Pauschalreisen    überbrücken die Region oft mit einem Inlandflug von Durban nach Port Elisabeth.
Dann habe ich aber in einigen Reiseberichten gestöbert und mich persönlich bei einigen Reisefreaks erkundigt. Wir haben es nicht bereut. Im Gegenteil,     ich würde diesem Teil Südafrikas in einem späterem Urlaub gern mehr Zeit widmen.





















Leider hatten wir heute auch einen fast durchgehenden Regentag erwischt, so dass wir die Strecke zügig ohne weiteren Halt durchgefahren sind.
Den Übergang in das ehemalige schwarze Homeland haben wir sofort   bemerkt, die Armut war nicht zu übersehen.
Soweit ich gelesen habe wurde zu Beginn des 2. Jahrtausends das Gebiet    der Transkei von xhosa-sprechenden Nguni-Völkern besiedelt. Nach 1820 wurden diese Völker mit den nomadischen Mfengu vereint. Als Mitte des 18. Jahrhunderts die ersten europäischen Siedler, Buren, in dieses Gebiet       kamen, wurde 1778 der 'Great Fish River' als Grenze zwischen der    Kapkolonie und den Nguni festgelegt. Das Land zwischen dem Great Fish   River und dem Great Kai River wurde von den Buren 'Ciskei', das Land hinter dem Great Kai River 'Transkei' genannt. Zwischen 1858 bis 65 wurde das Territorium dem Protektorat der Kapkolonie unterstellt, doch danach wieder aufgegeben. Da die Nguni-Völker jedoch die festgelegte Grenze nicht akzeptieren wollten, kam es zwischen 1779 bis 1879 zu den so genannten 'Cape-Frontier-Kriegen' zwischen den Nguni und der Kapkolonie. 1847 annektierten die Briten 'Kaffraria', ein Gebiet, das westlich des Great Kai    River lag, und bilden daraus die Kronkolonie Britisch-Kaffraria. 1866    annektiert die Kapkolonie die Kolonie. Zwischen 1879 bis 1894 wurden die restlichen Regionen der Transkei in die Kapkolonie eingegliedert; u.a. Ost-Griqualand, Tembuland und Pondoland. 1894 erhielten diese Gebiete wieder ihre traditionellen politischen Systeme. Anfang des 20. Jahrhunderts    erhielten die Transkei-Territorien eine gemeinsame politische Verwaltung        und wurden 1910 mit der Kapkolonie ein Teil der Südafrikanischen Union.   1913 wurde das Reservat Transkei für die schwarze Bevölkerung geschaffen und erhielt 1959 als so genanntes 'Bantu-Homeland' die innere Selbstverwaltung, die 1963 ausgebaut wurde. Am 26.10.1976 entließ Südafrika die Transkei in die Unabhängigkeit, die jedoch von keinem Land    der Welt anerkannt wurde. Nach der politischen Umgestaltung Südafrikas 1993/94 wurde die Transkei am 27.04.1994 wieder in das Staatsgebiet Südafrikas integriert. Das Territorium wurde auf die neu geschaffenen Provinzen Ostkap und KwaZulu/Natal aufgeteilt. 





















Landschaftlich war die Strecke wunderschön, saftig grüne Hügel mit eher wenig Bäumen und überall standen die Rundhütten der  Xhosa. Die Straßen waren deutlich schlechter, schmaler mit vielen Schlaglöchern. Ich habe     noch nie so viele Menschen zu Fuß auf der Straße laufen sehen. Einkaufen, Schulweg, Kühe oder Schweine Hüten alles ist mit km-weitem Laufen verbunden.

Wir hatten den Eindruck, dass die Landwirtschaft für den Eigenbedarf die einzige Einnahmequelle ist. Im Vergleich zu den Townships, die wir später gesehen haben, wirkte das Leben in der Transkei friedlicher und selbstbestimmter. Auf den vielen Strecken, die wir auch auf Nebenstrecken gefahren sind, haben wir aber niemals auch nur einen schwarzen Afrikaner  mit einem Kraftfahrzeug, egal welcher Art gesehen und auch die Strassen waren nur auf der Hauptstrecke geteert. Aber alle - gleich welchen Alters - sind uns sehr freundlich begegnet!

Bei Regen sind wir in 'Coffee Bay' angekommen und konnten sofort unser Zimmer im oben genannten Ocean View Hotel beziehen. Die Einrichtung war einfach aber sehr sauber und wir konnten direkt auf das Meer sehen. Angeblich ist hier 1863 ein Schiff gesunken. Seine Ladung soll hauptsächlich aus Kaffeebohnen bestanden haben, die an den Strand gespült wurden. Ein paar von ihnen keimten, versuchten in der ungewohnten Umgebung Wurzeln zu schlagen, gingen aber schließlich doch ein, der Name aber blieb...





















Hier gibt es eine herrlich wilde Küste mit traumhaft schönen Buchten und   viele Wanderwege. Mit Regen- und Windjacke bewaffnet haben wir noch einen kleinen Spaziergang an den Strand gemacht. Für Angler und Wanderfreunde ist Coffee Bay ein Paradies. Das Hotel hat eine gut    bestückte Bar und abends wurden wir in der Bar mit kleinen Vorspeisen verwöhnt, bevor es dann ein sehr leckeres 5 gängiges Menü  bei Kerzenlicht  gab, zu dem wir wieder einen guten Wein getrunken haben. Das Hotel war wohl ausgebucht, alle Tische waren besetzt und wir hörten viele unterschiedliche Sprachen.
Jeder Gast wurde im Laufe des Abends von den Besitzern noch einmal willkommen geheißen.

17.04.2002 Mittwoch

Eigentlich wollten wir einige Tage hier Badeurlaub machen, da es aber auch am nächsten Morgen bewölkt und nieselig war, haben wir uns entschlossen doch weiterzufahren.
Wir machten uns auf einer einfachen Piste auf die Suche nach dem 'Hole in the Wall', einem Küstenstück an dem das Wasser in den Felsen der    Steilküste seine Spuren hinterlassen haben soll.





















Die Strasse wäre bei uns ein schlechter Feldweg gewesen und war     matschig und aufgeweicht. In einigen größeren Pfützen wuschen die Bewohner, wir haben hier nur Menschen mit schwarzer Hautfarbe gesehen, ihre Fahrräder oder landwirtschaftlichen Geräte. Viele Kinder waren   unterwegs auf dem Weg in oder von der Schule, bei den weiten Wegen konnten wir das nie richtig einschätzen. Die Kinder haben gewunken und waren es wohl von Reisegruppen her gewohnt, dass sie mit Süßigkeiten verwöhnt wurden. Wir sind mit unserem Auto an manchen Stellen kaum vorwärts gekommen und haben nach dem Weg gefragt. Anschließend     hatten wir uns völlig verfahren, außer einem selbst gemalten Coca-Cola Werbeschild, auf dem "Hole in the Wall" stand, haben wir das Naturereignis leider verpasst :-)

Ein Grund mehr noch einmal die Wild Coast zu besuchen.

Die Zubringerstrasse von der N2 nach Coffee Bay ist eine gute Teerstrasse. Auch hierüber gibt es eine Geschichte, es soll einen Politiker in 'Umtata' gegeben haben, der eine Freundin hatte, die im Ocean View Hotel     gearbeitet hat. Damit er es leichter hatte seine Freundin zu besuchen, hat   er dafür gesorgt, dass diese Straße geteert wurde.
Zurück auf der N2 sind wir weiter nach 'East London' gefahren und haben    uns dort an der Esplanade im Hotel Ostner einquartiert.
Unser Auto ist inzwischen das schmutzigste Auto Südafrikas, denn in der Nähe der 'Oribi Gorge' waren wir auf einer Matschstrasse zwischen Zuckerrohrfeldern unterwegs. Der Schlamm war hoch über die Windschutzscheibe bis auf das Dach gespritzt und der heutige Tag hat die Dreckschicht perfektioniert.

Auf dem Hotelparkplatz stand wie fast immer ein "Parkwächter", der sich bereit erklärte auf unser Auto aufzupassen und uns anbot unser Auto zu waschen.

Wir wollten noch ein bisschen umherfahren und in der City shoppen gehen, haben ihn aber gebeten es am nächsten morgen für uns zu erledigen. Der Preis von 15 Rand war für uns völlig in Ordnung.

Die Geschäfte in der Stadt haben sehr früh geschlossen. Nach einem     kleinen Rundgang und der Besichtigung der City Hall sind wir zurück an die Esplanade und haben uns dort am Strand in einen Irischen Pub gesetzt.
Es war sehr gemütlich und gab eine große Auswahl an Bieren und    Spirituosen.
Wir haben einen jungen Mann kennen gelernt, der Formel-1 Fan war und     uns lange und ausführlich über Michael Schuhmacher unterhalten. Als wir    uns zum Abendessen verabschiedet haben, hat er uns prompt seine Karte gegeben und uns eingeladen, wenn wir in die Nähe des 'Game Reserve' kommen in dem er arbeitet, kurz anzurufen, dann würde er uns jemand schicken, der uns kostenlos hinein lässt. Die südafrikanische      Gastfreundschaft beeindruckte uns immer wieder neu!

18.04.02 Donnerstag

Heute morgen wurde ich früh wach. Wir hatten wieder einen freien Blick auf den Indischen Ozean, weil die gesamte Wand verglast war. Ich stellte mich an das Fenster um den Sonnenaufgang zu genießen. Unten auf dem   Parkplatz winkte jemand "wie wild" hinauf. Es war unser Parkwächter, der     mir zeigen wollte, dass er schon unser Auto gewaschen hatte. Es war blitzblank geputzt und er hatte sich seinen Lohn samt Trinkgeld wirklich verdient. Er wusste auch dass wir am Vortag noch in der Stadt waren. Wahrscheinlich hat er uns mit unserem schmutzigen  Auto schon von     weitem als potentielle Kunden entdeckt :-)

Nach einem leckerem Frühstück in einem 'Coffee Shop' und einem   Spaziergang am Strand haben wir uns auf den Weg gemacht. Südlich von East London liegt Kidd's Beach, ein netter Strand mit natürlichem Gezeitenpool und einem kleinem, ruhigen aber gemütlichen Ferienort.

Ein Stückchen weiter erreichten wir auf einer einfachen Piste den noch kleineren Ort Hamburg, der auch landschaftlich wunderschön am Meer
gelegen war.





















Zum Baden war das Wetter nicht geeignet, statt dessen sind wir weiter    nach 'Wesley' gefahren und haben dort im 'Bira Crafts Centre' wieder einmal die wunderschönen afrikanischen Souvenirs bewundert. Obwohl wir nichts gekauft haben, waren die Angestellten sehr nett. Es gab auch ein kleines Café, in dem wir uns Zutaten für unseren Lunch besorgt haben. Besonders lecker waren die selbstgebackenen Kekse.

Über die 'Fish River Bridge' ging es weiter nach 'Port Alfred'. Ein sehr      schöner Ort direkt am Meer, wo wir noch einmal eine kurze Pause in einem Strandcafé gemacht haben. Jetzt schien herrlich die Sonne, aber es ging     ein kräftiger Wind am Meer, außer ein paar Anglern haben wir kaum jemand am Strand gesehen. Die Saison ging zu Ende.

Auf einer landschaftlich sehr schönen Inlandstrecke sind wir weiter über 'Bloukrans' nach 'Grahamstown' gefahren. Immer wieder haben wir Pavianherden am Straßenrand gesehen.

'Grahamstown' beeindruckt durch seine schmucken viktorianischen Häuser    und seine zahlreichen, historischen Gebäude und Gedenkstätten. Die           Rhodes University gehört zu den ältesten und renommiertesten     Universitäten in Südafrika.

Wie immer hat sich schnell jemand gefunden, der auf unseren Wagen aufpasst. Hier war der Job ausnahmslos in weiblicher Hand. Wir wollten abends das Auto stehen lassen können und haben uns deshalb zentral im kleinen  Hotel Victoria ein Zimmer genommen.





















Bei strahlender Sonne haben dann gemütlich eine Stadtbesichtigung    gemacht und in einem der gemütlichen Cafés eine Pause eingelegt. Grahamstown hat uns sehr gut gefallen. Hier könnte man einige Tage    bleiben. Selbst das Meer ist in erreichbarer Nähe.

Den Abend haben wir im sehr gut besuchten  'Gino's Italian Restaurant' ausklingen lassen, das zum Hotel gehört.  
 

19.04.02 Freitag

Für heute hatten wir uns viel vorgenommen und sind früh losgefahren. Als erstes lag der 'Addo Elephant National Park' auf unserem Weg.  Wir sind von der N2 auf die kleine Staubstrasse 335 abgebogen um ein wenig      abzukürzen und haben auf dieser Strecke wieder einmal die großen sozialen Unterschiede beobachten können. Die Gegend wurde überwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Am Eingang des Addo zahlten wir einen geringen Obulus und erfuhren, dass wir die Möglichkeit haben für 50 Rand die Tour mit dem eigenen Auto zusammen mit einem parkeigenem Führer zu machen.

Der junge Afrikaner, der uns diese Info gab, war dann auch spontan unser Guide. Er hat uns durch den Park gelotst und ausführlich über die   Geschichte des Parks berichtet. Es gibt große Pläne den Park weiter auszubauen und auch die "Big Five" anzusiedeln, um mehr Touristen für    diese malariafreie Region zu interessieren. Es ist geplant das Areal dann "Greater Addo National Park" zu nennen. Nähere Informationen findet Ihr   unter http://www.addoelephantpark.de.





















Zwischen seinen Erläuterungen machte unter Führer uns immer wieder auf jede Menge Tiere am Wegrand aufmerksam und an dem größtem Elefanten wären wir ohne seine scharfen Augen fast vorbeigefahren, obwohl er nur     ein paar  Meter von uns entfernt stand.

An den Wasserlöchern haben wir dann ganz in Ruhe große Elefantenherden mit niedlichen Jungtieren beobachten können, die im Wasser gespielt haben und uns immer wieder zum Lachen gebracht haben, wenn sie versuchten    aus dem Wasserloch wieder nach oben auf trockenen Boden zurück zu krabbeln.

Die beiden Deutschen, die wir in der 'Oribi Gorge' getroffen hatten, waren   laut ihren Erzählungen von diesem Park enttäuscht, sie hatten nur einen einzigen Elefanten gesehen und wohl Pech mit dem Wetter.





















Unsere kleine Safari war wunderschön, wir haben unzählige Elefanten und andere Tiere gesehen und hatten viel Spaß mit unserem Führer. Die Parkhütten waren alle ausgebucht, sonst wären wir gern einen Tag länger   hier geblieben. So aber haben wir uns weiter auf den Weg Richtung 'Uitenhage', dem "Volkswagen Country".Diese Strecke haben wir gewählt     um dieses mal Port Elisabeth zu umfahren, da wir keine Lust auf Großstadt hatten.Das Volkswagenwerk Südafrikas lag leider nicht an unserer Strecke, sonst hätten wir einmal angefragt ob eine Führung möglich ist.

20.04.02 Samstag

Über den netten Küstenort 'Jeffreys Bay' sind wir in den 'Tsitsikamma   National Park' gefahren.
Tsitsikamma - "Geräusch des fließenden Wassers" - umfasst einen 100 km langen Küstenstreifen und liegt 60 km östlich von 'Plettenberg Bay'. Hier    kann man die herrliche Natur genießen und die Seele baumeln lassen. Es     gibt alte Baumriesen (bis zu 50 m hohe Yellowwoods) zu bestaunen,    darunter auch der 800 Jahre alte "Big Tree", bizarre Klippen, einsame    Strände, Schluchten und Priele, Farne, Lilien, Orchideen und Fynbos-Vegetation. Die Fauna besteht hauptsächlich aus Pavianen, Antilopen und Ottern. Mit etwas Glück lassen sich auch Wale und Delphine sichten, die     an der Küste entlang ziehen, denn das Naturschutzgebiet erstreckt sich       bis 5 km ins Meer. Wir hatten im April kein Glück mit 'Whalewatching'. Die beste Zeit soll von Juni bis November sein. Verschlungene Wanderpfade führen durch wunderbare Wälder mit Yellowwood-, Stinkwood- und Black Ironwood Bäumen und entlang schöner Kliffs.

 



















Wir sind einige Zeit am Meer entlang gewandert, es war wunderschönes, sonniges Wetter.  Anschließend haben wir die ca. einstündige Wanderung    zum 'Storms River Mouth' unternommen, die uns zur 'River Mouth     Suspension Bridge' gebracht hat. Auf der Hängebrücke war einiges los, der 'Mouth Trail'  wird wohl auch gern von Reisegruppen  angefahren. Auf der anderen Seite der Brücke konnte man noch auf einen Aussichtspunkt hoch kraxeln, das haben wir aber bei der heutigen Hitze den sportlicheren Besuchern überlassen. Asco hätte sicherlich noch weiter gekonnt, aber ich habe schlapp gemacht. Die Bootstour durch die Schlucht konnten wir leider nicht buchen, weil der Steg wegen Wartungsarbeiten gesperrt war. In dem kleinen Restaurant, hinter dem der Trail beginnt, haben wir eine kurze Rast eingelegt. Hier konnte man auch in parkeigenen Hütten übernachten. Für Wanderer ist der 'Tsitsikamma Park' sicherlich ein Paradies.

Über den 'Bloukrans Pass' und 'Natures Valley' sind wir zu unserem heutigen Ziel Knysna gefahren. In dem beliebten Ferienort an einer Lagune haben wir ein modernes Apartment direkt an der Waterfront gefunden. Wir haben an  einem kleinen "Touristkiosk" gefragt und die nette, junge Frau hat gleich gegenüber aus dem Café einen Bekannten herausgerufen, um ihn zu fragen, ob sein Apartment noch frei sei. Den Weg haben uns die beiden noch ausführlich erklärt. Wir sollten uns einfach im Internetcafé an der     Waterfront melden. Das war praktisch, denn wir wollten eh' einmal wieder unsere E-Mails checken. Von unserem Balkon konnten wir die schönen      Boote zurück in den Hafen fahren sehen. Obwohl wir eine voll      ausgestattete Küche hatten, sind wir,  nach einem kleinem Bummel am     Hafen und durch die Geschäfte, das erste Mal in einem 'Spur Steakhouse' gelandet. Es hat uns ein wenig an die australischen 'Hog's Breath' Steakhäuser erinnert. Sehr netter Service, leckeres Essen mit immer gleich guter Qualität. Nur die Preise waren für unseren Kurs hier deutlich niedriger.

21.04.02 Sonntag

Nach einem selbstgebrauten Kaffee haben wir  in der Stadt einen ATM gesucht und mit unserer EC-Karte unseren Bargeld-Vorrat erneuert. Wir waren früh unterwegs und es war noch sehr ruhig in dem kleinen,     gemütlichen Städtchen. An der Lagune entlang sind wir wieder auf die N2 Richtung 'George' gekommen, haben dann aber die Strasse Richtung 'Rheenendal' verlassen und sind auf einer Piste - ohne Vorwarnung hörte     der Asphalt auf - nach 'Wildernis' gekommen. Die Landschaft war sehr       schön und wir haben wieder einige Paviane am Straßenrand gesehen. Hinter George sind wir zum 'Montagu Pass' abgebogen. Der spektakuläre Bergpass aus dem Jahre 1847 steht unter Denkmalschutz! Der Reiseführer versprach uns, die Befahrung sei auch heute noch ein kleines Abenteuer.

Nach einigen Kilometern Schotterstrasse standen wir vor einem Schild auf dem stand, dass die Strasse gesperrt sei. Ob aber der 'Montagu Pass'     gemeint war oder der Abzweig nach links, war anhand der Stellung des Schildes nicht klar. An dieser Stelle wäre ich umgekehrt, aber ich war ja mit "Asco-Tours" unterwegs; also ging es munter weiter :-)... Der steinige Feldweg wurde immer enger und holperiger; wir hatten den Pass erreicht.    Ich konnte mich vor Aufregung nicht auf die schöne Landschaft    konzentrieren und Asco hatte jede Menge mit dem Fahren zu tun. Immer wieder lagen größere Steinhaufen im Weg, keine Ahnung was wir gemacht hätten, wenn uns ein Auto entgegen gekommen wäre. Aber das war ja      nicht möglich, denn der Pass war wirklich gesperrt! Als wir glücklich auf der anderen Seite angekommen waren, stand dort ein Schild dem dies eindeutig zu entnehmen war.

Auf einer sehr schönen befestigten Strasse sind wir dann nach 'Oudtshoorn' gefahren und haben uns dort ein "Bed and Breakfast" gesucht, um dann nachmittags noch eine Rundtour zu machen und abends schon ein Dach     über den Kopf zu haben. Wir wollten gern zentral sein, um abends wieder zu Fuß "Essen gehen" zu können. In einer Seitenstrasse haben wir ein kleines B&B gefunden, in dem wir für 300 Rand mit Frühstück sehr gut untergekommen sind. Chris und Marlene Stemmet waren die nettesten Gastgeber, die wir bisher auf unseren Reisen hatten. Diese Unterkunft    können wir Euch sehr ans Herz legen.

Wir haben erst einmal kühle Drinks bekommen und ein wenig zusammen gesessen und Chris hat uns ausführlich
die Route erklärt, die wir uns noch für
den Nachmittag vorgenommen hatten.

Da Sonntag war, war im Städtchen nicht viel los. Unsere Gastgeber haben uns für abends gleich um die Ecke einen Tisch      für unser Dinner reserviert. Für den nächsten Abend haben sie uns      angeboten für 50 Rand pro Person am Grillabend der Familie teilzunehmen.

Mit unserem Mietwagen haben wir uns dann wieder auf den Weg gemacht. Auch die Straßen in und um 'Oudtshoorn' waren sehr ruhig.

Bei wunderschönem Sonnenschein haben wir eine gemütliche Tour durch die 'Kleine Karoo' unternommen.  Über 'De Rust' sind wir zu durch eine Schlucht, zu einem kleinen Wasserfall bei 'Meiringspoort' gefahren.  Den Weg haben      wir bei einem netten, jungen Paar aus Kapstadt erfragt, die wir auf einem Parkplatz, der gleichzeitig auch Aussichtspunkt war, beim späten Lunch getroffen haben. Die Beiden hatten einen Greifvogel (Falke) dabei und erkundigten sich bei uns, wie das Gelände in unserer Richtung gewesen sei. Sie suchten eine geeignete Gegend, um dem Tier auf der Reise die     Möglichkeit zu geben einmal zu fliegen. Die junge Frau erzählte zu unserem Erstaunen, dass  es in Deutschland sehr viele Falkner gibt, mit denen ihre Vereinigung auch Kontakt hat. Sie hat den Vogel verletzt aufgefunden und nach seiner völligen Wiederherstellung soll er wieder ausgewildert werden.

Da sie aus der entgegen gesetzten Richtung kamen haben sie uns ihre Prospekte in die Hand gedrückt. Das war prima, denn ich hatte schon gedacht, wir hätten den Wasserfall verpasst.
Wir haben schon spektakulärere Wasserfälle gesehen, aber es ist eine    schöne Gegend und es gab ein nettes Informationscenter.

Die anscheinend neue, sehr gut ausgebaute Straße durch die Schlucht hat uns dann durch eine sehr schöne Gegend mit vielen Straußen auf der Weide nach 'Prince Albert' geführt. Dort haben wir im  Swartberg Hotel auf der Terrasse  eine gemütliche Kaffeepause gemacht. In dem Restaurant gab es ein leckeres Lunchbuffet.

Da wir ja abends noch essen gehen wollten habe wir uns nur ein kleines Sandwich bestellt. Es gab dunkles, selbstgebackenes Brot, sehr lecker.
Asco musste sich Zigaretten holen. Dabei hatte er Gelegenheit sich ein      wenig umzusehen. Sonst hätten wir gar nicht bemerkt, dass das      Restaurant zu einem netten Hotel mit Garten und Pool gehörte.

Am späten Nachmittag sind wir dann weiter Richtung 'Swartbergpass' gefahren, ein weiteres Beispiel für die Straßenbaukunst im letzten      Jahrhundert und ebenfalls ein 'National Monument'. Dieser atemberaubende Pass wurde innerhalb von 5 Jahren, unter der Leitung des berühmten südafrikanischen Straßenbaumeisters Thomas Bain erbaut und 1886 eingeweiht. Für den Bau des Swartberg Pass wurden 240 Häftlinge und ein Budget von 40.000 Rand  zur Verfügung gestellt. Als Bain den fast 1.600 Meter hohen Pass endlich erreicht hatte und die Einweihung gefeiert wurde, hatte der Baumeister gerade mal 29.000 Rand ausgegeben. Und das,      obwohl selbst für die damalige Zeit nur die primitivsten Hilfsmittel zu Verfügung standen. Um Schießpulver zu sparen erhitzte Baumeister Bain       den Stein und sprengte ihn dann durch Überschütten mit kaltem Wasser.

Die Fahrt ging wie schon auf dem 'Montagu Pass' über holperige Steine.     Aber die Strecke war diesmal gut zu bewältigen und in der Abendsonne bekamen wir herrliche Bilder der Schlucht zu sehen. Da wir ja bereits eine Unterkunft in 'Oudtshoorn' hatten, konnten wir uns noch genügend Zeit für die wunderschöne Landschaft und zur Betrachtung der meisterhaft angelegten Serpentinen lassen. 

Über 'Schoenmanspoort' sind wir dann zurück nach 'Oudtshoorn' in unser    B&B gefahren.

Wir haben uns noch mit  Marlene und  Chris  für den nächsten Abend zum "Braii" verabredet und sind dann zu Fuß essen gegangen. Es war ein angenehm milder Abend und wir konnten im Freien sitzen.

22.04.2002 Montag

Beim sehr reichhaltigem Frühstück im Wohnhaus haben wir einen zweiten deutschen Gast kennen gelernt, der abends noch gekommen ist. Er war beruflich in 'Port Elisabeth' und konnte jetzt noch eine Woche Urlaub anhängen. Das Frühstück hatte einen sehr familiären Rahmen, weil auch die Familie abwechselnd daran teilnahm und ein junger Mann, der zur Zeit in der Familie lebte, weil er in 'Oudtshoorn' eine Schule besuchte.

Wir bekamen jede Menge Tipps für den Tag.

Es lag ein Wetterwechsel in der Luft. Die drückende Hitze hat wohl dazu beigetragen, dass wir einen uns einen faulen Tag gegönnt haben.

anobiidae - KlopfkäferChris hat uns für unsere morgige Weiterreise eine Tour in einem privaten 'Game Reserve' gebucht, die er uns empfohlen hat. Die Höhlen und den Tierpark haben wir beschlossen im nächsten Urlaub zu besuchen. Statt dessen haben wir eine kleine Stadttour gemacht, ein wenig eingekauft und es uns dann mittags bei einer Siesta mit Wein, Käse und Weintrauben im B&B gut gehen lassen. Die beiden Haus- und Hofhunde waren immer dabei. Im Hof saß ein mittelgroßer schwarzer Käfer, der immer auf allem wo er saß herum klopfte. Wirklich so laut, dass wir immer genau hören konnten, wo er saß. Es muss ein Klopfkäfer  gewesen sein.

Nach einem kleinen Mittagsschlaf hatte Asco eine Begegnung der besonderen Art mit einer riesigen Kakerlake, die in seinem Schuh saß! :-)  Ab sofort hat er seine geschlossenen Schuhe abends immer an die Kleiderhaken gehängt...

Nachmittags haben wir eine Straußenfarm besucht und "all about ostriches" gelernt. Es war ganz amüsant. Man konnte auch auf den Straußen reiten.    Da mag man von halten was man will, wir haben, schon weil wir über dem Gewichtslimit lagen, gern darauf verzichtet. Eine Japanerin, die allein mit eigener Reiseführerin unterwegs war, war allerdings kaum zu bremsen und völlig aus dem Häuschen.


Sie verteilte ihre drei Fotoapparate und wünschte sich auf jedem ein Foto von ihrem Straußenritt. Es war uns eine Ehre sie auch abzulichten.

Für unser geplantes Braii haben wir noch schnell einige Flaschen Wein besorgt. Mittlerweile haben wir im 'Bottle Shop' schon Weine gefunden, die wir bereits kannten.

Vor dem Abendessen haben wir noch einen unserer Nachbarn kennen gelernt. Ein Deutscher, der schon seit Jahren in Namibia und nun in Südafrika lebt. Gestern Nachmittag wollten wir eigentlich in ein gemütliches kleines Straßencafé, das leider geschlossen war. Wie sich herausstellte, war unser Nachbar der Besitzer und Sonntags immer Ruhetag. Er wohnte zusammen mit seinem Freund fest im B&B und kümmerte sich vertretungsweise, wenn Familie Stemmet in Urlaub ist, auch um das Frühstück der Gäste.

Er hatte viel zu erzählen und kannte sich sehr gut aus. Später, wenn er nicht mehr arbeiten muss, wollte er gern wieder nach Namibia zurückgehen, das er für sich als "das wahre Afrika" ansah.

Pünktlich zum Abendessen fing es leicht an zu regnen. Chris grillte die Straußensteaks auf seinem Gasgrill. Sein Tipp war, Strauß  nicht auf dem Kohlegrill  zu legen und es nie ganz durch zu braten.

Marlene hatte noch leckere Kartoffeln, Gemüse und Salate vorbereitet und wir haben mit der ganzen Familie gemeinsam zu Abend gegessen und uns sehr nett unterhalten. Eine Tochter war gerade in den USA als "Au Pair". Wir haben dann noch Fotos mit unserer digitalen Kamera gemacht und sie per Internet in die Staaten geschickt. Ich wollte helfen den Tisch aufzuräumen. Marlene meinte, ich sollte das nicht machen, in einem Restaurant würde ich doch auch nicht aufräumen. Wir haben uns aber absolut nicht wie in einem Restaurant sondern wie zu Hause gefühlt.

Wir sind erst sehr spät ins Bett gekommen und ....

23.04.2002 Dienstag

... mussten uns am nächsten Morgen etwas beeilen, weil wir ja um 9.00 in 'Mossel Bay' schon an dem gebuchten 'Gamedrive' teilnehmen wollten.

Wir wollten  vor dem Frühstück noch schnell das Auto beladen und siehe da, wir hatten einen Plattfuss. Wir haben uns trotzdem erst einmal das leckere Frühstück schmecken.

Marlene war sehr amüsiert, wie erfreut ich war "richtige Salami" zu bekommen..., sie hat immer gewitzelt, ja von richtigen Schweinen :-) Chris hat inzwischen für uns mit 'Avis' telefoniert, da in 'Oudtshoorn' auch eine kleine Filiale war.  Man bat uns dort kurz vorbeizukommen. Unsere geplante Safari für heute mussten wir leider absagen, was aber auch ohne Probleme noch ging. Asco und Chris haben noch schnell den Reifen gewechselt.

Nach einem herzlichen Abschied, bei dem uns noch angeboten wurde, uns jederzeit bei ihnen zu melden falls irgendwo im Land Probleme auftauchen sollten, fuhren wir zu Avis.
Dort haben wir ein längeres Formular ausgefüllt und wurden dann zu einem Reifenladen geschickt. Kaum angekommen, wurden wir sofort bedient. Der defekte Reifen erhielt einen neuen Schlauch und ein neues Ventil und wurde auf unseren Wunsch hin auch wieder montiert. Die Rechnung brauchten wir nicht bezahlen, aber wir haben eine Kopie bekommen.
Es hat sage und schreibe 20 Rand gekostet. Hätten wir gewusst wie unglaublich preiswert diese Reifenreparaturen in Südafrika vorgenommen werden, wir hätten uns  die Zeit bei Avis erspart...

Leider hat der Wetterumschwung angehalten. Es war zwar nicht kalt, aber diesig und regnerisch. Wir sind weiter nach Mossel Bay gefahren. Unsere Besichtigung fiel wegen des Regens eher kurz aus. Ein Weile sind wir dann mal wieder auf der N2 Richtung Süden gefahren. Über kleine Strassen haben wir Bedasdorp, Arnistion, Agulhaas und Elim besucht und immer einmal kleine Abstecher zum indischen Ozean gemacht. Mittlerweile hat war es aber richtig stürmisch mit heftigeren Regen geworden, so dass wir durch diese sicher an sich wunderschöne Region zügig weiter bis Hermanus gefahren sind.

Diese Region ist berühmt für die zu bestimmten Zeiten hier lebenden Wale. In der Hoffnung, daß der Regen nachlässt haben wir uns direkt am Meer ein Zimmer in einem für Südafrika zu teuren Hotel genommen. Von unserem Fenster aus konnten wir direkt auf das Meer blicken.
































Jetzt Ende April waren keine Wale zu sehen, sondern wir bekamen als Naturschauspiel ein heftiges Gewitter über dem Meer geboten. Am Ende kurz bevor es dann noch etwas schneller als sonst dunkel wurde, kam kurz die Sonne heraus. Einige wenige unermüdliche Wanderer waren auch jetzt auf Wanderweg durch die Klippen unterwegs. Vom Fenster aus, schön im Trockenen konnten wir einige 'Klippschiefer' und jede Menge Vögel beobachten.Der Regen ließ nicht nach. Also haben wir nach einem netten Restaurant für den Abend in der Nähe gesucht. Wir wollten das Auto, so zentral wie wir waren, gern stehen lassen. im 'Burgundy Restaurant' haben wir dann ein sehr gutes Dinner bekommen. Im Sommer kann man hier bei schönem Wetter sicherlich mit Glück von der Terrasse aus die Wale beobachten. Wir waren trotz der schönen Atmosphäre und der relativ kleinen aber exquisiten Speisekarte nur wenige Gäste, die Saison ging eindeutig zu Ende und das Wetter tat wohl sein Übriges dazu.

24.04.2002 Mittwoch

Unser Hotel hatte einen großen Speisesaal, in dem das Frühstück serviert wurde. Im Hintergrund lief die beliebte, leise, seichte Musik. Drei Herren vom Personal waren ausgiebig damit beschäftigt Papierservietten zu falten. Wir waren mal wieder spät dran und außer uns waren nur noch einige andere 'Late Birds' beim Frühstück. Frisch gestärkt haben wir noch einen kleinem Bummel am Meer und durch die kleinen Läden gemacht. Leider war es immer noch regnerisch und stark bewölkt.

Auf der Landstrasse haben wir unser nächstes Ziel Kleinmond erreicht. Die seichte Lagune lud heute leider nicht zum Baden ein, also sind wir auf der schönen Küstenstrasse weiter bis  nach Gordan's Bay gefahren und dort dann in das Inland abgebogen, in der Hoffnung dass es dort etwas besser mit dem Wetter sein könnte. Aber auch die Fahrt über den 'Vilkoens Pass' vorbei am 'Theewaterskloof-Staudamm' und die Strecke über den 'Franschhoek Pass' hat es immer wieder geregnet. Mittlerweile goss es in Strömen, so dass wir weder 'Franschhek' noch 'Stellenbosch' zu Fuß erkunden konnten. Wir sind dann noch das Stück bis 'Tullbagh' hoch gefahren und hatten das Glück, den kleinen Ort im Sonnenschein vorzufinden.





















In einer kleinen "Bed and Breakfast" - Herberge mit Restaurant haben wir sogar draußen sitzen können und einen leckeren Lunch bekommen. Es war allerdings kaum etwas los.

Weil nun gerade einmal die Sonne schien, haben wir uns vorgenommen noch weiter bis 'Paarl' zu fahren, weil die Strecke als landschaftlich besonders schön beschrieben war. Kaum waren wir an dem beeindruckenden 'Bain's Kloof Pass' angekommen regnete es wie aus Kübeln. Die Scheibenwischer haben es kaum geschafft. Die Wolken hingen fast bis auf den Boden und im Pass herrschte Nebel vor. Außer einigen mutigen Pavianen, die dennoch auf der Straße saßen haben, wir leider nicht viel gesehen. Die natürlichen Pools, die es dort gibt, konnten wir nicht zum Baden aufsuchen. Die Autofahrt war für Asco sehr anstrengend, so das wir direkt nach Paarl gefahren sind, wo wir in einem kleinem B&B untergekommen sind, das einem kleinem Restaurant angeschlossen war.

Zuerst hatten wir etwas Schwierigkeiten den Stadtkern zu finden. Wir sind einige Zeit durch Vororte und industrielle Zonen gefahren. Im Visitor-Bureau habe ich dann unzählige Ordner vorgelegt bekommen, in denen ich mir eine Unterkunft aussuchen konnte. Die Damen waren sehr freundlich, sie durften mir aber keinen Vorschlag machen, sondern haben mich selbst hin und her blättern lassen. Ich habe dann das nächste B&B um die Ecke ausgesucht und eine der freundlichen Damen war glücklich dort für mich anrufen zu können.

Vor Ort musste ich erst einmal in den Läden fragen, da sich an der Adresse niemand meldete. Im Videoladen erfuhr ich, dass ich das kleine Restaurant an der Ecke gehen musste. Es hieß "De Roode Fos" oder so ähnlich und wurde von einem jungen Paar betrieben. Sie haben mir die Schlüssel geben und kurz danach auch noch zwei kühle Bierchen auf unser Zimmer gebracht. Damit war dann auch klar, wo wir heute Abend essen würden.

Wir haben dann einen netten Abend in der kleinen Kneipe verbracht. Es waren an diesem Abend nur Einheimische da. Touristen werden wohl auch nur bei schönem Wetter von der Terrasse angelockt.

> weiter zum 2.Teil

 
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